Computerspiele und Gewalt - Wie heute über Killerspiele diskutiert wird Unter diesem Titel veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung am 27.11.2015 im Rahmen der Reihe 360° - Digitalisierung der Kindheit ein einen Artikel von Caspar von Au zu dem auch der Medienpsychologe Rudolf Weiß, Mitglied im Vorstand von "Mediengewalt-Internationale Forschung und Beratung e.V.", ausführlich interviewt wurde. Dieser hatte fünf Studien mit mehr als 800 Schülern durchgeführt. > zur Gesamtstudie

Der Medienpsychologe befragte seit 2008 sechs Jahre lang, ob 13 bis 14jährige Kinder und Jugendliche den jeweiligen "Mainstream-Shooter" des Jahres, wie er die Spiele nennt, spielen. Ob es ihren Eltern egal ist, wenn die Jugendlichen ihre Zeit mit sogenannten gewalthaltigen Computerspielen wie Grand Theft Auto (GTA) und Call of Duty (CoD) verbringen und welche Computerspiele sie sonst noch spielen. "Die Untersuchung ist abgeschlossen, der Trend eindeutig". In jeder Studie habe die Zahl der Schüler, die den jeweiligen Mainstream-Shooter spielen, zugenommen. "Der Jugendschutz funktioniert nicht dadurch besser, dass man die Regeln verschärft und mehr Spiele verbietet", sagt dagegen Gamer-Vertreter Schönfeldt, ohne allerdings eine Alternative zu benennen. Genau diese strikten Vorgaben braucht es, meint Rudolf Weiß. "Wir möchten, dass die USK strengere Kriterien anlegt." Er ist Mitglied im Verein "Mediengewalt - internationale Forschung und Beratung", der sich aus einer kleinen Gruppe Psychologen und Pädagogen zusammensetzt. Im Gegensatz zu anderen - seiner Meinung nach der Unterhaltungselektronik-Branche nahestehenden - Medienforschungsinstituten sei sein Verein unabhängig und seine Schülerbefragungen wissenschaftlich objektiv und repräsentativ.

Auch die Argumentation, dass Kriegs-Egoshooter zur Radikalisierung beitragen können findet Medienpsychologe Rudolf Weiß plausibel. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nutze gewalthaltige Computerspiele als "mediale Gehirnwäsche". In einem Propagandavideo auf Youtube werbe die Terrororganisation sogar mit dem Slogan "Wir machen im echten Leben, was du im Spiel machst", so Weiß. Dazu zeigen die Islamisten Spielszenen aus GTA V - eben jenem Spiel, zu dem Weiß 2013 Schüler befragt hat und welches er als "extrem brutal" mit "menschenverachtenden und enthemmenden Spielszenen" bezeichnet.
> zum SZ-Artikel

Gigantischer Missbrauch brutaler "Shooter des Jahres" durch Kinder und Jugendliche stellt Jugendschutz in Frage Der Medienforscher Dr. Rudolf H. Weiß hat im September 2013 seine zusammenfassende Nutzungsstudie über das Spielverhalten Jugendlicher mit einem Beobachtungszeitraum von insgesamt fünf Jahren veröffentlicht:

Seit 2008 wurden insgesamt 837 Schülerinnen und Schüler aus allen traditionellen Schularten und aus drei Bundesländern nach ihren Nutzungsgewohnheiten bezüglich der jeweiligen Mainstreamshooter mit identischen Fragestellungen befragt. So wird u.a. berichtet, dass im Verlauf von knapp fünf Jahren der Anteil der durchschnittlich 14,1 Jahre alten Jungen, die den Mainstreamshooter spielten, stark angestiegen ist: von 53% bei Grand Theft Auto IV im Jahre 2008 bis auf 67% bei Call of Duty-Black Ops2 im Jahre 2013. Die Anzahl der Jungen, die den Kriegsshooter aber schon ganz durchgespielt haben, hat sich seit Call of Duty-Modern Warfare 2 im Jahre 2010 verdoppelt, denn jeder zweite 14-jährige Schüler hatte 2013 Black Ops2 bereits ganz durchgespielt. Auch der Besitz des jeweils verkaufsstärksten Shooters hat sich im Verlauf von vier bis fünf Jahren verdoppelt. Besonders bedenklich ist es, dass sich die Zahl der Jungen mit extrem langem und täglichem Zocken ebenfalls verdoppelt hat. Damit wird zum wiederholten Male die Wirkungslosigkeit des Jugendmedienschutzes bei elektronischen Gewaltmedien belegt. Immer weniger können sich den gigantischen Werbekampagnen durch Hersteller und Vertreiber dieser Spiele entziehen, der systematisch mindestens ein halbes Jahr vor der Markteinführung im Herbst des jeweiligen Jahres, über alle denkbaren Kanäle und Medien beginnt.

Bei der GamesCom in Köln wird immer im August der Startschuss gegeben und der neueste brutale Shooter in Szene gesetzt, so wie für dieses Jahr GTA V mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft. SPIEGEL-ONLINE berichtete am 16.9.2013 ausführlich über diesen extrem brutalen, ab 18 freigegebenen Shooter: >Bericht in SPIEGEL-ONLINE
Bevor der Spiegel-Autor Christian Stöcker nach seinen berichteten 20 Stunden an Spielerfahrung im Selbstversuch neugierig weiter mit GTA V zockt, sollte er sich allerdings einmal in die Rolle eines 14 Jährigen versetzen, der vermutlich die im November erscheinende PC-Version auf seinem diesjährigen Gabentisch zu Weihnachten schon sehnlichst erwartet. Dieser aktuelle Artikel auf Spiegel-Online vom 07.10.2013 ruft nach einem notwendigen "Skandal" da in Shootern ständig gegen die elementarsten Menschenrechte verstoßen wird: >Bericht in SPIEGEL-ONLINE
Da es bei Nutzungsstudien primär um Spieldauer, Spielformen allein oder in der Gruppe, Beschaffungsarten und Beschaffungswege geht, kann von Herrn Weiß keine Aussage über Medienwirkungen gemacht werden. Dies ist anderen Untersuchungsprojekten vorbehalten, an denen Wissenschaftler des Vereins "Mediengewalt-Internationale Forschung und Beratung e.V." ebenfalls vielfach beteiligt sind (siehe unter www.mediengewalt.eu - Forschung). Die vollständige Nutzungsstudie finden Sie hier: > zur Gesamtstudie

Abschließend möchten wir unseren eindringlichen Appell als verantwortungsbewusste und unabhängige Medienwissenschaftler von "Mediengewalt e.V." an die politischen Entscheidungsträger wiederholen, über solche besorgniserregenden Ergebnisse von Nutzungsstudien ernsthaft nachzudenken, vor der Wirtschaft nicht länger in die Knie zu gehen und endlich Konsequenzen für den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag der Länder zu ziehen.

Positionspapier zum "School Shooting" in Connecticut Zum Grundschulmassaker von Connecticut am 14. Dezember 2012 haben neun US-Experten ein Positionspapier erstellt, das in den ganzen Vereinigten Staaten verbreitet wird. Dieses aktuelle Positionspapier wird unterstützt von mehr als 100 Standes-organisationen, die über vier Millionen Fachleute repräsentieren, so von der "American Federation of Teachers", zahlreichen Fachabteilungen der "American Psychological Association", der "Child Welfare League of America", dem "Council for Exceptional Children", der "National Association of Elementary School Principals" (NAESP), der "National Association of Secondary School Principals" (NASSP), der "National Education Association", der "National Association of School Psychologists", die "National Association of Social Workers" und der "Mental Health America".
Der Verein "Mediengewalt-Internationale Forschung und Beratung e.V." unterstützt diesen Aufruf nachdrücklich und autorisiert zu seiner weiteren Verbreitung.
> zur deutschen Übersetzung
> zum amerikanischen Positionspapier

Keine Gewaltspiele zu Weihnachten! Eine unabhängige Langzeitstudie aus Kanada bestätigt wieder: Gewalterfahrungen in Medien wirken sich auf das Verhalten im Alltag aus, fördern Aggressivität und Gewalttätigkeit.
> Pressemitteilung

Kinderrechtskonvention ins Grundgesetz Kinder werden bereits in jungen Jahren mit Horror-, Porno- und Gewaltdarstellungen in den Medien konfrontiert.

Der Verein von Wissenschaftlern und interessierten Bürgern "Mediengewalt-Internationale Forschung und Beratung e.V." unterstützt nachdrücklich die Forderung mehrerer Kinderrechtsorganisationen (Aktionsbündnis aus UNICEF, Deutschem Kinderhilfswerk, Deutschem Kinderschutzbund und der Deutschen Liga für das Kind), die Forderungen der EU-Kinderrechtskonvention und der UNO-Charta für Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern.
> Pressemitteilung

Ein "irrer" Professor - Medienpädagogik schafft sich selbst ab Interview mit Prof. Geisler zum Deutschen Computerspielpreis 2012 in der Süddeutschen Zeitung vom 28./29.04.2012

Der Erfurter Fachhochschulprofessor für Kultur- und Medienpädagogik, Martin Geisler, hat in einem Interview der Süddeutschen Zeitung (28./29.04.12) seine "wissenschaftliche Kompetenz" unter Beweis gestellt. Eine Analyse seiner Äußerungen zeigt wieder einmal den rhetorischen Trick, den Warnungen vor den Gefahren gewalthaltiger Videospiele eine "monokausale" Argumentation zu unterstellen, anstatt sich mit den komplexen Wirkungszusammenhängen auseinanderzusetzen. Verwunderlich ist besonders, dass ein Medienpädagoge frühere Verleihungen des Computerspielpreises problematisch für das Ansehen diesen Preis findet, da sie "überwiegend nach pädagogischen Kriterien" erfolgten.
> Presserklärung

Ertappter Plagiator und Spielraum: LAN-Party im Reichstag am 23.02.11 Politiker-LAN-Party mit einem "medienpädagogischen Vortragsprogramm"

Diese LAN-Party organisierten die drei Bundestags-Abgeordneten Dorothee Bär (CSU), Jimmy Schulz (FDP) und Manuel Höferlin (FDP). Bär fand es "hervorragend, Abgeordneten die virtuelle Welt der Videospiele näherzubringen," schrieb Spiegel Online am 19.02.11. Am 04.02.11 teilte pcgames.de mit: "Die Veranstaltung wird von der Bundeszentrale für politische Bildung () und von Spielraum, dem Institut zur Förderung von Medienkompetenz an der FH Köln, mit einem medienpädagogischen Vortragsprogramm begleitet."
(http://www.pcgames.de/Panorama-Thema-233992/News/Politiker-LAN-Party-Feld- Versuch-startet-am-23-Februar-810473/).
Der Lobbyismus der drei Bundestagsabgeordneten für die Computerspieleindustrie, vor allem von Frau Bär, ist offensichtlich. Noch problematischer ist die Tatsache, dass "Spielraum, Institut zur Förderung von Medienkompetenz an der FH Köln" diese Politiker-LAN-Party mit einem "medienpädagogischen Vortragsprogramm" begleitete. Spielraum wird "von Seiten der Fachhochschule Köln, Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften unterstützt" durch: Prof. Dr. phil. Jürgen Fritz, Leiter des Forschungsschwerpunkts "Wirkung virtueller Welten" und Prof. Dr. phil. habil. Winfred Kaminski, Direktor des Instituts für Medienforschung und Medienpädagogik" (http://www1.fh-koeln.de/spielraum/start/wir_ueber_uns/). "Spielraum" ist ein gemeinsames "Institut" von Electronic Arts, Nintendo und der FH Köln. Fritz und Kaminski sind seit vielen Jahren Lobbyisten des Geschäfts mit Computergewaltspielen.

Massiver Plagiatsvorwurf
Der von Jürgen Fritz 2008 herausgegebene Sammelband "Computerspiele(r) verstehen", veröffentlicht von der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB), musste schon kurz nach Erscheinen zurückgezogen werden. Der Beitrag von Kaminski wurde durch das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen, Leitung Prof. Christian Pfeiffer, als massives Plagiat entlarvt. Die Wissenschaftler Kleimann, Mößle und Rehbein hatten bei ihrer Rezension festgestellt (http://www.kfn.de/versions/kfn/assets/rezension.pdf), dass fast der gesamte Aufsatz von Kaminski aus mehreren Texten, die im Internet standen, kopiert und zusammengesetzt wurde. Hat der Herausgeber Fritz die Beiträge seiner Mitautoren nicht gelesen und überprüft oder war er Mitwisser des Plagiats?
Am 18./19. Mai 2008 wurde in Presse und Rundfunk der Plagiatsskandal an die Öffentlichkeit gebracht. Gleichzeitig stellte das KFN seine Rezension ins Internet. Dort konnten die plagiierten Texte Kaminskis mit dem Original verglichen werden. Am 19.05.08 hatte Thomas Krüger, Präsident der BpB, den Versuch unternommen, im Deutschlandfunk den Plagiatsskandal von Kaminski herunter zu spielen. Vergeblich! Das Innenministerium untersagte der Bundeszentrale umgehend die weitere Verbreitung des Buches "Computerspiele(r) verstehen". 12 000 Exemplare mit je 320 Seiten, aus Steuergeldern bezahlt, wurden eingestampft. Es kam noch schlimmer: Sämtliche Titel von Jürgen Fritz sind aus dem Programm der BpB gestrichen.
Nun haben die Veranstalter dieser LAN-Party ausgerechnet das Institut Spielraum für ein Vortragsprogramm eingeladen. Von dort schickte man lieber einen jungen Mitarbeiter, der zuverlässig die Positionen von Fritz und Kaminski vertritt.
> offener Brief des Vereins

Jugendmedienschutz nach Winnenden Löchrig wie ein Schweizer Käse
Am Beispiel des aktuellen Gewaltspiels "Call of Duty-Modern Warfare 2" und seiner empirischen
Studie dazu macht Dr. Rudolf Weiß auf die Probleme des Jugenmedienschutzes aufmerksam
und fordert eine restriktivere Handhabung bei der Freigabe von Gewaltspielen für Jugendliche.
> mehr

Münchner Erklärung zur Medienpolitik Auf der Jahreshauptversammlung am 18.02.2010 verabschiedete der Verein "Mediengewalt"
eine Erklärung, in der die Politik aufgefordert wird, mit Hinweisen auf die Notwendigkeit
von Medienerziehung nicht von notwendigen Maßnahmen gegen Brutalität und Gräuel in elek-
tronischen Spielen abzulenken. Insbesondere werden Belege für die These gefordert, wonach
frühzeitige Heranführung an elektronische Medien mögliche Entwicklungsschäden durch
Mediengewalt verhindere.
> mehr

Pressemitteilung des Vereins
zum Massaker von Winnenden
am 11.3.2009
Wissenschaftler nach dem Massaker von Winnenden:

Auf den Zusammenhang von Gewalttaten und dem Konsum gewalttätiger elektronischer Spiele
("Killerspiele") bei Jugendlichen weisen Mitglieder des Vereins in ihren wissenschaftlichen
Publikationen und auf Tagungen seit langem hin. Die Gefahren, die von Gewaltspielen
für Kinder und Jugendliche ausgehen, werden von Lobbyisten der Unterhaltungsindustrie,
ihnen nahe stehenden Journalisten und Wissenschaftlern sowie natürlich exzessiven Spielern
aber immer wieder unverantwortlich verharmlost oder mit alle rhetorischen Tricks abgestritten
(z.B. "Ich bin jetzt 30 Jahre, spiele seit ich 14 bin und habe noch nie jemanden ermordet!").
Die Zusammenhänge zwischen Gewalttaten und dem Konsum von Mediengewalt lassen sich
jedoch nicht länger leugnen. Massaker wie das von Winnenden sind glücklicherweise selten,
aber wie die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs weisen sie auf das verborgene Gewaltpotential
hin. Bei der immer wieder geäußerten Behauptung, es bestehe kein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang
zwischen Gewaltspielen und Gewalttaten, verwenden die Befürworter und Verteidiger von
Gewaltspielen einen simplen, mechanistischen Kausalbegriff. Menschliches Handeln aber hängt
in komplexen Lebenszusammenhängen nicht von einer einzigen, sondern von einer ganzen Reihe
von Ursachen ab, die das Handeln gemeinsam bedingen ("Multikausalität").
Wissenschaftliche Studien berücksichtigen diese Multikausalität und weisen nicht nur in
Korrelationsstudien, wie immer wieder gern behauptet wird, sondern auch in Experimentalstudien
und vor allem in Längsschnittstudien von Kindern und Jugendlichen über mehrere Jahre hinweg den
bedrohlichen Einfluss von Gewaltmedien auf die Entwicklung von Feindseligkeit, Gewaltbereitschaft
und Gewalttätigkeit bei den Konsumenten nach.
Beispielsweise belegt die Längsschnittstudie von Hopf, Huber und Weiß (2008):
Je häufiger Kinder schon in jungen Jahren Horror- und Gewaltvideos sehen und je häufiger sie
später in Gewaltspielen aktiv sind, desto höher sind ihre Gewalttätigkeit und Delinquenz
im Alter von 14 Jahren. Einzelheiten dazu und zu weiteren Untersuchungen im Zusammenhang mit
dem Massaker von Winnenden finden sich hier auf unserer Homepage.
Gefährliche Produkte der Spiele-Industrie dürfen nicht in die Hände von Kindern
und Jugendlichen gelangen. Deshalb muss das Instrument der Alterskennzeichnung durch die
"Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle" (USK) auf den Prüfstand gestellt werden. Wie andere
für die Allgemeinheit möglicherweise gefährliche Produkte, z.B. Medikamente, Flugzeuge,
Autos müssen Computerspiele unabhängig und mit wissenschaftlich gesicherten Kriterien geprüft
werden. Nur so kann erreicht werden, dass gewaltverherrlichende "Spiele" gemäß den Bestimmungen
des Jugendschutzes tatsächlich indiziert werden und damit nicht mehr beworben und öffentlich
verkauft werden dürfen.
Wenn auch das Handeln in Gewaltspielen als strategisch planender und oft gemeinsam mit
anderen aktiver Mörder erheblich größeren Einfluss auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
hat (siehe neuro-physiologische Forschungsbefunde) als der passive Konsum beispielsweise
gewalthaltiger Krimis im Kino und Fernsehen, muss die Gesellschaft sich fragen, ob nicht
grundsätzlich gefordert werden muss, die Gewaltdarstellungen in den Medien zu reduzieren.
Will die Gesellschaft wirklich die Verbreitung krypto-faschistischer oder mafiöser Haltungen in
der jungen Generation fördern, Haltungen in denen Reaktionsschnelligkeit, Strategie, Teamgeist immer
wieder beschworen werden, allerdings ohne jede Bindung an humane Werte? Eine Gesellschaft aber und
eine Politik, die so etwas zulässt, machen sich letztlich mitschuldig an der eskalierenden Gewalt.
Was wir zumindest einfordern ist ein gesamt-gesellschaftlicher Konsens über die
Ächtung menschenverachtender Gewaltmedien.
> mehr Information dazu

Jugendmedienschutz: Vortrag "Jugendmedienschutz: Das Gutachten des Bredow-Instituts"
auf dem Kongress "Computerspiele und Gewalt"
Dr. Rudolf H. Weiß, Stuttgart,Medienpsychologie und Intelligenzdiagnostik, > Mail

Tischvorlage für die Presse
Was ist bei der Evaluation durch das Bredow-Institut herausgekommen?

Resümee: Ein Papiertiger-Gesetz zum Jugendschutz
Das am 1. Juli 2008 in Kraft gesetzte novellierte Jugendschutzgesetz ist trotz seiner
verschärften Formulierung in den §§ 15 und 18 ein Papiertiger geblieben, da es durch
die freiwillige Selbstkontrolle unterlaufen wird, indem bei entscheidenden umsatzträchtigen
Produktionen von Killerspielen nach wie vor die BPjM als alleinige unabhängige Indizierungs-
institution umgangen werden kann und wird!
Eine Freigabe ab 18 Jahren ist und bleibt ein Freibrief, auch wenn das rote USK-
Verbotsschild auf den Verpackungen jetzt größer sein muss! Diesen Freibrief hat das
Bredow-Institut zu verantworten, die allzu (gutachter-) gläubigen Politiker und die
Politiker, denen der "Wirtschaftsstandort Deutschland" einer expandierenden Medienindustrie
wichtiger ist, als das Wohl unserer Kinder. Und von solchen Politikern gibt es sehr viele!

Wie können die Wirkungen von Mediengewalt auf Kinder und Jugendliche reduziert oder verhindert
werden?

Sicher nicht allein durch Vermittlung von Medienkompetenz. Dies wird seit mehr als
20 Jahren versucht. Empfehlungen mancher Pseudowissenschaftler, auf solchen Bilderfluten
halt durch Mithilfe von Eltern und Medienpädagogen "schwimmen zu lernen" oder sich zu
"rahmen" sind zum Misserfolg verurteilt.
Wichtig ist besonders, die gesetzlichen Vorgaben durch effektivere - weil allein
staatlich verantwortete - Ausführungsbestimmungen zu verändern. Dazu gehört, dass die
quasi Vorprüfung durch die USK mit der Altersfreigaberegelung abgeschafft und der BPjM
übertragen wird.

Könnten "Killerspiele" generell verboten werden?
Grundsätzlich ja, denn in einem Gutachten des "Wissenschaftlichen Dienstes" des
Deutschen Bundestags wurde dies rechtlich geprüft und grundsätzlich bejaht:
"Der Bundesgesetzgeber ist generell nicht gehindert ein Verbot der Einfuhr, des Verkaufs,
der Vermietung und des Verleihs von Killerspielen zu erlassen."
(Deutscher Bundestag-Wissenschaftlicher Dienst, 2006, WD3-263/06, S. 11)

Warum geschieht das nicht?
Weil durch das Bredow-Gutachten die freiwillige Selbstkontrolle nicht infrage gestellt wurde
und weil unter dem Deckmantel einer "regulierten Selbstregulierung" durch die "Altersfreigabe ab 18 Jahren" weiterhin das "Geschäft mit der Gewalt" blühen kann.
> mehr zur Wirkung der Alterskennzeichnung
> mehr: Meinung von Ministerien zur Selbstkontrolle