Das Spielen von Egoshootern kann Hirnmasse abbauen

Eine Studie aus Kanada weist erstmals nach, dass das Spielen von Egoshootern Hirnmasse messbar abbauen kann.
Die über vier Jahre laufende Studie, die am 8. August im wissenschaftlichen Magazin Molecular Psychiatry erschien, untersuchte die Hirnregion des Hippocampus der 18 bis 30 Jahre alten Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die keine gewohnheitsmäßigen Computerspieler waren.

Die Hirnregion des Hippocampus veränderte sich bei den sog. “räumlichen Lerntypen” nur wenig, hingegen waren bei den “Folgelernern”, die sich eine bestimmte Abfolge von Abläufen merken, signifikante Unterschiede messbar.
Der Hippocampus dieser Studienteilnehmer des “Folgelerner”-Typs verlor deutlich an Masse, was insofern Anlass zu Sorge gibt weil Menschen mit wenig Masse im Hippocampus ein statistisch längst nachgewiesenes höheres Risiko haben, an Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen und im Alter an Alzheimer zu erkranken.

Natürlich rotiert nun die Gamerszene und versucht Argumente an Land zu ziehen, die die eindeutigen Aussagen der Studie relativieren. Dabei wird auch gerne auf Forschung und Modelle für die Gerontologie verwiesen, wo ja Spiele und dergleichen zur Verhinderung von Demenz eingesetzt werden. Allerdings wird dabei ein wichtiger Unterschied ausgeblendet: Die Verwendung von Digitaltechnik und Bildschirmdarstellungen bei Menschen mit ausgebildetem Gehirn zeigt völlig andere Ergebnisse als bei Kindern, deren Hirnentwicklung erst von dem Input der Erfahrungen abhängig ist. Die Konsequenzen für diese sich noch entwickelnden Hirnstrukturen sind noch überhaupt nicht abseh- und einschätzbar, geben aber Anlass zur Sorge und können auch nicht einfach durch einen Querverweis auf Menschen mit vielfältiger Lebenserfahrung weggewischt werden.

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