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60 Jahre Bundesprüfstelle

Dienstag, Juli 23rd, 2013

Wir vom Verein Mediengewalt gratulieren der Bundesprüfstelle zum Jubiläum, bedanken uns für die Arbeit und wünschen noch mehr Biss für die Zukunft! Vor allem wollen wir sie darin bestärken, dass Möglichkeiten zu ihrer Umgehung abgeschafft werden, damit das Verharmlosen gewalthaltiger Medienprodukte effektiver verhindert werden kann.

Vor 60 Jahren, am 14. Juli 1953, trat das vom Deutschen Bundestag beschlossene “Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften” (GjS) in Kraft. Um dieses Gesetz durchzusetzen, wurde eine Behörde gegründet mit dem Namen “Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften”, die dann am 18. Mai 1954 ihre Arbeit aufnahm. Seitdem hat sich viel verändert.

Durch Computer und Internet sind neue, damals noch unbekannte Medien hinzugekommen und haben das Verhalten und den Alltag der Menschen verändert. Aktuell verändert sich alles weiter durch die mobilen Nutzungsgeräte (Tablets, Smartphones), jedes dieser Endgeräte bringt neue Software mit sich, neue Anwendungsmöglichkeiten (Stichwort Augmented Reality) und auch neue Risiken, die am Anfang noch gar nicht leicht einzuschätzen und zu überblicken sind. Es ist keine leichte Aufgabe, dort Schritt zu halten und ein wachsames Auge auf der Entwicklung zu haben. Die Bundesprüfstelle hat sich mit den Aufgaben weiterentwickelt, was sich auch im Namen widerspiegelt: Seit 1. April 2003 heißt sie “Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien”, kurz: BPjM.

Für die Zukunft müsste der Fokus verstärkt auf die sog. „neuen Medien“ gerichtet werden, da Gewaltspiele für Computer, Onlinespiele, youtube-Videos, Apps für das Smartphone usw. einen immer größeren Raum einnehmen und unsere Kinder und Jugendlichen auf eine Art in ihren Bann ziehen, der noch gar nicht zu überblicken ist. Im Gegensatz zu gesponserten Versuchen der IT-Branche über zweifelhafte „Studien“ weist die seriöse Forschung nach, wie schädlich sich gewalthaltige Medienprodukte auswirken – dies umso nachhaltiger, je jünger der Konsument ist. Darum ist die Arbeit der BPjM von nicht zu unterschätzendem Wert und verdient die entsprechende Aufwertung und Unterstützung.

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