Aktuelle Studien zur Mediengewalt-Wirkungsforschung und eine abschließende Bewertung 1. Violent Media and Hostile Appraisals: A Meta-Analytic Review
Hier die Übersetzung von Dr. Rudolf H. Weiß, "Mediengewalt-Internationale Forschung und Beratung e.V." der Zusammenfassung dieser aktuellen wissenschaftlichen Publikation von Brad J. Bushman von der School of Communication and Department of Psychology, The Ohio State University, Columbus, Ohio
und dem Department of Communication Science, VU University Amsterdam, The Netherlands
Brad J. Bushman ist einer der meist zitierten Medienforscher in den USA.
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Ein weiterer aktueller Artikel von Bushman:
2. Reply to Comments on SPSSI Research Summary on Media Violence by Cupit (2016), Gentile (2016), Glackin & Gray (2016), Gollwitzer (2016), and Krahé (2016)
Antwort auf Kommentare zur SPSSI Forschungs-Zusammenfassung über Gewalt in den Medien von Cupit (2016), Gentile (2016), Glackin & Grau (2016), Gollwitzer (2016) und Krahé (2016)
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3. Twenty-Five Years of Research on Violence in Digital Games and Aggression Revisited. A Reply to Elson and Ferguson (2013)
Brad J. Bushman and L. Rowell Huesmann School of Communication, The Ohio State University, Columbus, OH, USA,
VU University Amsterdam, The Netherlands,
Communication Studies, University of Michigan, Ann Arbor, MI, USA,
Institute of Criminology, University of Cambridge, UK

Im Januar 2016 erschien diese Studie der bekannten amerikanschen Medienforscher Bushman und Huesman als Erwiderung auf eine ziemlich fragwürdige Meta-Analyse von Ferguson und Elson. Ferguson ist eine im medienwissenschaftlichen Raum sehr schillernde Figur, hat jedoch einen enormen politischen Einfluss auf die Mediengesetzgebung in den USA und hat bis zum Supreme Court eine Gesetzesverschärfung verhindert. Dies hat Auswirkungen bis nach Deutschland und anderswo. Ferguson trägt bewusst und mit raffiniert gesteuerter Strategie zu einer Verunsicherung im politischen Raum bei, indem er behauptet, bezüglich negativer Wirkungen von Mediengewalt bestünden im wissenschaftlichen Kontext große Unsicherheit und Zweifel. Das Gegenteil ist der Fall, was die neuesten und wirklich seriösen Studien von Bushman, Huesman, Gentile und insbesondere Andersen belastbar belegen!
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4. Violent Video Games and Children's Aggressive Behaviors: An Italian Study.
Article in SAGE Open, July 2015.
2015 erschien eine italienische Studie, die noch nicht in die Meta-Analyse von Bushman aufgenommen wurde, die ebenfalls eindeutig belegt, dass gewalthaltige Videospiele einen enormen negativen Einfluss auf unsere Kinder und Jugendlichen haben. Die Ergebnisse bestätigen die Rolle von Gewalt-Videospielen als Risikofaktoren für aggressives Verhalten und Externalisierung im Kindesalter und der frühen Adoleszenz.
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5. Schlussfolgerung: Die wissenschaftliche Beweislage über schädliche und aggressionsfördernde Auswirkungen von gewalthaltigen Medien (insbesondere Videospielen) ist erdrückend.
Die weltweit in Fachkreisen anerkannten Meta-Analysen und aktuelle Studien belegen dies wissenschaftlich belastbar. Dennoch ist die Politik bei uns nach wie vor zögerlich in Bezug auf eine stärkere Restriktion bei der Gesetzgebung, weil angeblich kein Handlungsbedarf bestehe. Dies ist wenigstens noch eine "humane Argumentation", weil man eben noch nicht genau wisse, ob die schädlichen Auswirkungen tatsächlich politisches Handeln rechtfertigen würden. Mit dem Spruch "Die Wissenschaft sei sich ja selbst nicht sicher" werden dann gerade amerikanische Wissenschaftler wie Ferguson als Kronzeugen benutzt, die entweder aus Unkenntnis oder auch aus niedrigeren Beweggründen gebetsmühlenhaft immer wieder gas Gleiche verkünden. Andere argumentieren mit wirtschaftlichen Gründen, da die Medienindustrie, insbesondere die Computerspielbranche, ein starkes Wirtschaftswachstum generiere und bei Restriktionen den wirtschaftlichen Standort Deutschlands in einem großen Feld gefährde. Dies ist aber eine zynische und menschenverachtende Argumentation, die man immer wieder von einflussreichen Politikern auf Bundesebene vernimmt.

Was ist zu tun?
1. Die wissenschaftliche Beweislage über schädliche Wirkungen von Gewaltmedien sollte endlich in den Ländern und im Bund zur Kenntnis genommen und Konsequenzen gezogen werden.
2. Die schädlichen, weil gewaltfördernden Wirkungen exzessiver Mediengewalt durchdringen inzwischen alle Lebensbereiche.
3. Wir leben inzwischen in einer "Kultur der Gewalt".
4. In kriegerischen Auseinandersetzung und im religiös motivierten Terrorismus benutzen inzwischen die Strategen exzessive Gewaltmedien nicht nur für ihre Propagandazwecke, sondern auch zur mentalen Kriegsvorbereitung (vor allem für den Dschihad) junger Menschen bis hin zur "Gehirnwäsche".
5. Die Erkenntnisse aus der Medienwirkungsforschung müssen zwingend in alle Maßnahmen zur Gewaltprävention einbezogen werden.
6. Also: Es besteht Handlungsbedarf!

Die Verbindungen zwischen der Videospielbranche, dem Militär und der Rüstungsindustrie
2015 hat die Informationsstelle Militarisierung eine Studie von Michale Schulze v. Glaßer veröffentlicht - hier ein Auszug aus der Einleitung:
"Seit jeher kooperieren Videospielhersteller bei der Software-Entwicklung mit dem Militär und der Rüstungsindustrie welche Motive spielen dabei eine Rolle? Wie sehen die Kooperationen aus? Welche Vorteile haben die einzelnen Akteure? Welche Probleme gibt es? Was bedeuten die Kooperationen für die Verbraucher? Und welche politische Bedeutung haben die Verbindungen zwischen den drei Akteuren?"
> Download der Studie (pdf)

Alterseinstufung von Computerspielen durch die USK Zusammenfassung des Forschungsberichtes Theresia Höynck, Thomas Mößle,
Matthias Kleimann, Christian Pfeiffer, Florian Rehbein,
Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V.
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Menschenbild und Medienbildung Elke Ostbomk-Fischer setzt sich in diesem Aufsatz mit der Diskussion
um Killerspiele auseinander, geht der Frage nach, warum diese Produkte nicht
verboten werden und macht auf Strategien aufmerksam, mit denen Hersteller
solcher Produkte und ihre Kooperationspartner die Gefahren verharmlosen.
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Korrelation oder Kausalität?
Aussagemöglichkeiten der Medienwirkungsforschung
Vortrag von Prof. Dr. Helmut Lukesch, Institut für Experimentelle Psychologie,
Universität Regensburg, auf dem Medienkongress "Computerspiele und Gewalt",
20.11.2008, München.
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Gamers' World "Gamers' World" - Reaktionen auf öffentliche Kritik
Vortrag auf dem Medienkongress "Computerspiele und Gewalt" , 20.11.2008, München.
Prof. i.R. Dr. Günter L. Huber, Institut für Erziehungswissenschaft,
Abteilung Pädagogische Psychologie, Universität Tübingen.
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Jugendmedienschutz: Das Gutachten des Bredow-Instituts Vortrag von Dr. Rudolf H. Weiß auf dem Medienkongress "Computerspiele und Gewalt",
20.11.2008, München.
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