Leserbrief zu “Spielen macht klug”

Die Titelgeschichte “Spielen macht klug” der Ausgabe 3/2014 des Spiegel-Magazins ist hier auszugsweise nachzulesen.

Zu diesem Artikel hat der Verein Mediengewalt einen Leserbrief geschrieben, den wir in voller Länge hier veröffentlichen:

Leserbrief
zum SPIEGEL-Artikel Nr. 3/2014 vom 13.1.2014 mit dem Cover-Titel: “Spiele machen klug – Warum Computerspiele besser sind als ihr Ruf”.
Titelgeschichte: Warum digitale Spiele soziale Beziehungen stärken und Menschen glücklicher machen: S. 60-67

Aus dem Beitrag des Autorentrios zum Leitartikel spricht unkritische Naivität, Beliebigkeit und Einseitigkeit bei der Behandlung eines eminent wichtigen Themas. Man findet so gut wie nichts von den vielen seit Jahren existierenden seriösen und belastbaren Ergebnissen der Medienwirkungsforschung, die in anerkannten wissenschaftlichen Zeitschriften sowie als Metaanalysen veröffentlicht wurden, und in denen erhebliche Gewalt- und suchtfördernde Effekte und sogar auffällige neuronale Veränderungen im Gehirn, vor allem bei Kindern und Jugendlichen, durch brutale Computerspiele und deren Dauerkonsum nachgewiesen wurden.

Wurden die negativen Einflüsse von Computerspielen von den Autoren etwa verdrängt – oder gar nicht recherchiert? Oder sind die Autoren sogar gezielt selektiv und ignorant vorgegangen? Es liest sich wie der Beitrag eines PC-Games-Journals im Internet und gehört eigentlich in die Rubrik “Marktstrategie der Spielekonzerne?. Jedenfalls war es ein schwerer journalistischer Fehler der Chefredaktion eines seriösen Nachrichtenmagazins, mit einer derart unqualifizierten Titelgeschichte auch noch den Spieleherstellern, die ihr lukrativstes Geschäft mit ihren brutalen Gewaltspielen machen, ihren Segen zu erteilen.

DR. RUDOLF H. WEISS, AUENWALD (BAD.-WÜRTT.)
Dipl. Psych., Medienforschung.
www.mediengewalt.eu
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Da der letzte Leserbrief nicht veröffentlicht wurde, und der vorletzte (noch zu bloglosen Zeiten) ebenfalls nicht, sind wir sehr gespannt, ob diese Zuschrift gedruckt wird. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten.

Aktualisierung am 04.02.2014: Nein, auch dieser Leserbrief wurde nicht veröffentlicht. Allerdings war die überwiegende Anzahl der veröffentlichten Zuschriften kritisch.

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